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Alles, was du über RGB-, PMS- und CMYK-Farben wissen solltest

In einer Welt, in der die Verbraucher ständig mit Angeboten bombardiert werden, möchtest du sicherstellen, dass dein Produkt aus der Masse heraussticht. Branding ist das Herzstück deiner Marke und umfasst die Qualität deiner Produkte, den Tone of Voice, also die Art und Weise, wie du deine Zielgruppe ansprichst, und die visuelle Identität deiner Marke. All das sind wichtige Bestandteile einer erstklassigen Markenstrategie. Innerhalb der visuellen Identität deiner Marke ist die konsequente Verwendung von Farben ein wichtiger Faktor. Große Marken wie Coca-Cola und Ikea wissen das. Doch mit einer knalligen Corporate-Identity-Farbe allein ist es nicht getan.

Wie wichtig ist Farbkonsistenz für das Branding? 

Mit den verschiedenen Farbsystemen CMYK, PMS und RGB halten sich die Farbabweichungen in Grenzen, aber du willst aber sicherstellen, dass das Endergebnis deinen oder den Erwartungen deiner Kunden entspricht. In diesem Blogbeitrag informieren wir über die verschiedenen Farbsysteme, die bei der Bestellung von Drucksachen zum Einsatz kommen. Außerdem stellen wir zwei Fälle zum Thema Branding und Farbabweichungen vor, um zu klären, ob minimale Farbabweichungen wirklich ein Problem für die Markenkonsistenz darstellt.  

Was ist der Unterschied zwischen RGB, CMYK und Pantone (PMS)? 

Im Marketing oder Design hast du es mit drei verschiedenen Farbsystemen zu tun: RGB, CMYK und PMS. Bei Entwürfen auf einem Monitor wird das RGB-System zur Darstellung von Farben verwendet. Denke hierbei an Computerbildschirme, Fernsehgeräte, Kameras und Smartphones. Geht es um Drucksachen und Druckerzeugnisse? Dann sind CMYK- und PMS-Farben der Standard. Welches der beiden Farbsysteme du verwendest, hängt von deinem Entwurf und dem Bedruckstoff (Papier, Kunststoff, Textil), aber auch von den verfügbaren Drucktechniken ab. Im Allgemeinen verwendet man CMYK-Farben für den Vollfarbdruck. PMS-Farben verwendet man für Logos und Branding. Aber Farbe ist keine Schwarzweißmalerei. Daher werden wir im weiteren Verlauf dieses Artikels näher auf die Funktionsweise dieser Farbsysteme und die spezifischen Anwendungen für jedes Farbsystem eingehen.

RGB-Farbsystem für Wiedergabegeräte

Das RGB-System ist ein Farbmodell, bei dem das Licht der Grundfarben Rot, Grün und Blau (daher RGB) gemischt wird, um ein Farbspektrum zu erzeugen. Wir beginnen ohne Licht, das ist Schwarz. Je mehr Licht der drei Farben wir hinzufügen, desto weiter bewegen wir uns im Spektrum in Richtung Weiß. Durch die Aussendung von zwei der drei Lichtfarben lassen sich bereits Tausende von Farben und Schattierungen erzeugen. 

Branding CMYK RGB

Das RGB-Modell ist ein additives Farbsystem. Das Licht wird addiert, um Farben zu erzeugen. Auf einem Monitor wird jede der drei Lichtquellen durch einen einzelnen Lichtpunkt, ein Pixel, dargestellt. Für das Auge sind diese Pixel jedoch deckungsgleich. Wir verwenden das RGB-Farbsystem für Lichtquellen, die Licht ausstrahlen, wie Computer, Fernseher und Smartphones. Für Drucksachen ist RGB nicht geeignet, da Papier das Licht absorbiert. 

RGB-Farbkodierung 

Zur Kodierung von RGB-Farben in Webdesign und HTML wird in der Regel ein hexadezimales System verwendet (HEX). In diesem System wird jede Farbe durch eine Kombination von sechs Zeichen dargestellt, die aus Zahlen und Buchstaben bestehen. Zum Beispiel ist #FF0048 der Hexadezimalcode für die Print.com-Farbe „passionate pink“. Neben HEX kannst du auch LAB und HSB verwenden, um RGB-Farben zu kodieren. 

Gut zu wissen 

Wenn du ein Design drucken willst, ist das Ergebnis nie das, was du auf deinem RGB-Farbmonitor siehst. Das liegt daran, dass das Farbspektrum von RGB größer ist als das von CMYK. Für den Druck verwenden wir immer CMYK-Farben und in geringerem Maße auch PMS-Farben. Als Designer solltest du daher immer im Hinterkopf behalten, wie die tatsächliche Druckfarbe aussehen wird. 

Farbsysteme für Druckerzeugnisse: CMYK und Pantone (PMS) 

Für den Druck verwenden wir zwei weitere Farbsysteme: CMYK und das Pantone Matching System (PMS). Welches Farbsystem du wählst, hängt von deinem Entwurf, der Art des Produkts (des Bedruckstoffs) und den verfügbaren Druckverfahren ab. Für den Vollfarbdruck von Fotos verwenden wir beispielsweise häufig das CMYK-Farbsystem. Für Corporate-Identity-Drucksachen wie Visitenkarten mit Logos verwenden wir manchmal CMYK-Farben und manchmal das PMS-System.  Was genau sind die Unterschiede zwischen CMYK und PMS und worauf solltest du achten? 

CMYK für Vollfarbdruck 

Verwendest du in deinem Design Fotos oder Bilder mit vielen verschiedenen Schattierungen und Farben? Dann ist CMYK das Richtige für dich. Mit den vier Grundfarben des CMYK-Systems lassen sich unendlich viele Farbkombinationen erstellen. Das CMYK-Farbsystem ist ein subtraktives Modell, bei dem die Farben vom weißen Licht subtrahiert werden. Ein bestimmter Prozentsatz des weißen Lichts fällt auf einen Bedruckstoff (z. B. Papier) und wird von verschiedenen Farbstoffen (wie in Tinte und Farbe) absorbiert. Die Grundfarben der subtraktiven Farbmischung sind Cyan (Blau), Magenta (Rot) und (Yellow) Gelb. 

Trägst du eine der subtraktiven Farben Cyan, Magenta oder Yellow auf ein Bedruckstoff wie Papier auf, wird die Komplementärfarbe (d. h. die für das Auge sichtbare Farbe) absorbiert. Cyan absorbiert Rot, Magenta absorbiert Grün und Yellow absorbiert Blau. Wenn du Cyan und Yellow übereinanderlegst, werden Rot und Blau absorbiert und es bleibt Grün als sichtbare Farbe übrig. Je mehr Farben man hinzufügt, desto mehr nähert man sich im Farbspektrum dem Schwarz an. Beim Drucken entsteht jedoch oft eine dunkelbraune Farbe. Deshalb wird Key (Schwarzanteil) zugesetzt: schwarze Tinte, die man zum Beispiel für gut lesbaren Text verwendet. 

Branding CMYK RGB

CMYK-Farbkodierung 

In CMYK kodieren wir die verschiedenen Farben nach einem prozentualen System. Für jede CMYK-Farbe geben die Prozentwerte das Verhältnis an, das wir im Druckprozess verwenden. Zum Beispiel steht C: 30 %, M: 60 %, Y: 0 %, K: 0 % für einen hellen Blauton. 

Gut zu wissen 

Das Farbspektrum von CMYK ist etwas begrenzt. Bestimmte intensive Farben, wie Orange und tiefe Blautöne, lassen sich mit CMYK nur schwer drucken. Theoretisch besteht Orange aus Gelb und Magenta, aber in der Praxis ist die Ergebnisfarbe oft bräunlich. Auch bei verschiedenen Druckaufträgen können die Farben (geringfügig) variieren. Dabei spielen die Zusammensetzung der Tinte, die Art der Druckmaschine, das Trägermaterial, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit eine Rolle. 

CMYK auf den Punkt gebracht 

  • Für Fotos und Designs mit vielen Schattierungen und Farben – je nach Produkt 
  • Vier Grundfarben, die unendlich viele Farbkombinationen ermöglichen   
  • Einige Farben wie Orange und Tiefblau sind mit CMYK nur schwer zu drucken   

Pantone-Farben 

Pantone-Farben, auch PMS-Farben, Schmuckfarben oder Sonderfarben genannt, sind weltweit standardisierte Farben, bei denen die Tinte in der richtigen Farbe vorgemischt wird. Ein grünes Logo besteht also nicht aus gelben und blauen Punkten, sondern aus einer Schicht grüner Tinte. Dein Logo wird also immer die gleiche Farbe haben, egal bei welcher Druckerei du es drucken lässt. Und möchtest du Material in einer speziellen Farbe drucken, wie z. B. in fluoreszierendem Gelb oder metallischem Lila? Pantone ist dein Fels in der Brandung. 

Branding CMYK RGB

Pantone ist das Unternehmen, das hinter den PMS-Farben steht. Sie veröffentlicht die Farbcodes. Inzwischen gibt es mehr als 1.800 PMS-Farben, und es kommen ständig neue Farben hinzu. Bist du neugierig auf die veröffentlichten PMS-Farben? Du kannst die Pantone-Farben online einsehen. Aber Vorsicht: Die Farben weichen von den tatsächlichen Druckfarben ab, da du auf deinem Bildschirm RGB-Farben siehst. Willst du dir sicher sein? Dann mache doch gleich Nägel mit Köpfen und bestelle einen Pantone-Farbfächer. Das sind diese RAL-Farbkarten, die man im Baumarkt bekommt, wenn man eine Wandfarbe aussucht. Aber dann für den Druck in Pantone-Farben. 

PMS-Farbkodierung 

Das Pantone Matching System verwendet ein einzigartiges Nummerierungssystem für die Farbkodierung. Jeder Farbe wird eine PMS-Nummer zugewiesen: eine standardisierte Sprache für eine genaue Farbwiedergabe. Zum Beispiel steht PMS 185 für einen bestimmten Rotton. Diese Kodierung sorgt für Konsistenz bei verschiedenen Materialien und Anwendungen. 

Gut zu wissen 

Die Tintenfarbe einer PMS-Farbe ist immer gleich, aber manche Papiere und Materialien absorbieren Farben stärker. Dies kann zu Farbabweichungen führen. Ungestrichenes Papier (U) absorbiert beispielsweise mehr Farbe als gestrichenes Papier (C). Deshalb gibt es von jeder PMS-Farbe drei Versionen: gestrichenes (C), ungestrichenes (U) und mattes (M) Papier. 

PMS auf den Punkt gebracht 

  • Für Logos und Branding mit Wiedererkennungswert 
  • Sonderfarben wie Fluoreszenz- und Metallicfarben möglich 
  • Getrennte Farbcodes für gestrichene, ungestrichene und matte Papiersorten   

PMS-CMYK-Umwandlung mit dem Pantone Bridge Farbfächer 

Hast du ein Logo oder einen Entwurf in CMYK-Farben formatiert, möchtest aber in Pantone-Farben drucken? Der Pantone Bridge Farbfächer listet die Farbcodes für PMS- und CMYK-Farben auf. In der rechten Spalte des Fächers findest du die CMYK-Farbcodes, in der linken Spalte die Pantone-Farben. Kopiere die Farbwerte der PMS-Farbe in Photoshop, InDesign oder Illustrator. Das ist ein Kinderspiel! 

Kann man CMYK-Farben in PMS-Farben umwandeln, ohne die Pantone Bridge-Farbpalette zu verwenden? Ja, das kann man. Aber möchte man lieber nicht. Mit dem Pantone Bridge-Farbfächer kannst du dir sicher sein. Es gibt Websites und Tools, die versprechen, dass man keinen Farbfächer benötigt. Auf diesen Websites kann man z. B. einen CMYK-Farbcode eingeben und innerhalb von zwei Sekunden erscheint der Pantone-Farbcode auf deinem Bildschirm. Wir dachten uns: Probieren wir es aus. 

Beispiel Print.com: Auf der Suche nach der einer Pantone-Farbe 

Für das Logo von Print.com und andere Grafiken verwenden wir die rot-rosa Farbe „passionate pink“. Der CMYK-Code für unsere Lieblingsfarbe Pink lautet 0, 95, 60, 0. Wir möchten die PMS-Farbe finden, die der CMYK-Farbe am nächsten kommt. Daher geben wir den CMYK-Farbcode in eines der kostenlosen CMYK-zu-PMS-Tools ein. Das Tool gibt uns drei Optionen für Pantone-Farben, die der CMYK-Farbe am nächsten kommen. 

Branding CMYK RGB

Wie du sehen kannst, liefert uns das Konvertierungstool mehrere Rottöne von PMS-Farben, die ziemlich weit voneinander entfernt sind. Ein anderes CMYK-PMS-Konvertierungstool liefert die folgenden Pantone-Farbcodes, wenn wir den CMYK-Farbcode eingeben. 

Branding CMYK RGB

Die Pantone-Farbe für die Farbe Rosa, die wir bei Print.com verwenden, ist 192 (C + U). Das zweite Tool zeigt dies als PMS-Farbe an. Es zeigt uns jedoch drei weitere mögliche Pantone-Farben an. Das Risiko, eine PMS-Farbe zu wählen, die sich im Druck stark von der CMYK-Farbe unterscheidet, beträgt also 75 %. Außerdem sehen wir uns die PMS-Farben auf einem Monitor an, auf dem wir RGB-Farben sehen. Im Druck fallen die Farben ohnehin anders aus. Dies sind viele Faktoren, die das Risiko von Farbabweichungen erhöhen. Wenn du das Risiko von Farbabweichungen minimieren willst, ist es besser, beim Konvertieren von CMYK zu PMS eine Pantone-Farbpalette zu verwenden.   

Beispiel Coca-Cola: 50 Shades of Red 

Farbabweichungen bei Druckerzeugnissen zu verhindern ist eine Herkulesaufgabe. Selbst große Marken wie Coca-Cola haben mit Farbabweichungen zu kämpfen. Die Süßgetränkemarke ist ein wahrer Meister des Brandings. Und ‚Coca-Cola rot‘ erkennt jeder sofort. Sicherlich arbeitet Coca-Cola immer mit der gleichen PMS-Farbe. Oder? Der Schein kann trügen. Aus Angst vor Fälschern hat Coca-Cola beschlossen, den Farbcode des ach so bekannten Rots nicht zu veröffentlichen. Das Ergebnis: 50 Shades of Red. Ohne veröffentlichte Farbcodes suchen Designer und Marketingfachleute die Farbe auf ihre eigene Weise. Nicht immer mit Erfolg, was dazu führt, dass Marketingmaterialien und sogar Coca-Cola-Produkte nicht immer denselben Rotton haben. Coca-Cola kommt allerdings gut damit zurecht, da die Verbraucher die typische Farbe Rot überhaupt nicht erkennen. 

Branding CMYK RGB

Farbe bekennen: Umgang mit Farbabweichungen in der Druckerei 

In der Welt des Drucks sind Farbabweichungen eine Tatsache. Selbst große Marken wie Coca-Cola können nicht vermeiden, dass Farben im Druck manchmal anders ausfallen als gewünscht. Markenkonsistenz ist eine Kombination aus einem Markenversprechen, einem starken Tone-of-voice und einer erkennbaren Corporate Identity. Wenn du die Unterschiede zwischen RGB, CMYK und PMS berücksichtigst, kannst du Farbabweichungen minimieren. Aber Farbabweichungen vollständig eliminieren? Das kann niemand. Aufgrund der vielen Glieder im Druckprozess, von der Dateianlieferung bis zum Druck selbst, gibt es einfach zu viele Momente, in denen Farbabweichungen auftreten können. Aber im Fall von Coca-Cola und ihren 50 Rottönen sehen wir, dass ein kleiner Farbunterschied gar nicht so schlimm ist.

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