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Transparenz und Kooperation im Online-Druckmarkt: Ein neuer Weg zum Erfolg.

Der Online-Druckmarkt ist hart umkämpft. Print.com geht einen Weg, der auf Transparenz, Kooperation und Innovation basiert. In einem exklusiven Interview hat René de Heij, Managing Director von Print.com, mit Bernhard Nimela, dem Chefredakteur des „Deutschen Druckers”, über die jüngsten Entwicklungen bei Print.com gesprochen. Dabei ging es unter anderem um die Übernahme von Simian und den Umzug der Produktion nach Groningen. Erfahre, wie Print.com durch strategische Entscheidungen und eine neue Philosophie im Bereich des Online-Drucks Maßstäbe setzt und zukünftig wachsen will.

René de Heij ist seit Anfang 2025 Managing Director bei Print.com – eines der am schnellsten wachsenden Branchenunternehmen in Europa. In dieser Funktion hat er die operative Verantwortung und Produktion über alle Standorte übernommen.

Herr de Heij, Sie sind seit diesem Jahr an Bord bei print.com. Wenn man sich Ihre Unternehmenszukäufe, aber auch die Technologieinvestitionen in den vergangenen Monaten ansieht, dann passiert bei Ihnen gerade ziemlich viel.

René de Heij: „Das stimmt. Die Print.Group, die Holdinggesellschaft unserer europäischen Druckplattform Print.com, hat die Onlinedruckerei Simian erworben. Die Übernahme beinhaltete die Marken Reclameland, Flyerzone und Drukland sowie Simians 23.000 qm große Produktionsstätte in der Nähe von Groningen. Der bestehende Standort von Print.com in Oss wurde geschlossen und die Produktion nach Groningen verlegt. Mit ISI Publishing Innovators haben wir dann noch ein IT-Unternehmen integriert, das sich auf intelligente Softwarelösungen für die Druckbranche spezialisiert hat. Darunter fallen Markenportale, Bestellportale, White-Label-Shops und ein DAM-System. „

Was war der Grund für die Standortverlegung nach Groningen?
René de Heij
: „Die neue Produktionsstätte soll als zentraler Produktions- und Fulfillment-Hub für die Marken innerhalb der Print.Group Holding dienen. Die Zusammenlegung der Auftragsvolumina ist für uns wichtig, weil wir dadurch erhebliche Kostenoptimierungen erzielen können.“

Eine Produktion von diesem Ausmaß verlagert man ja nicht so einfach von heute auf morgen. Wie war der Fahrplan?
René de Heij: „Im ersten Halbjahr haben wir fast alles, was wir bisher produziert haben, an den neuen Standort verlagert. Das war ein großer Schritt, denn wir mussten nicht nur Maschinen umstellen, sondern auch Prozesse anpassen. Wir produzieren vieles selbst – vor allem Volumenprodukte. Gleichzeitig gibt es aber im Onlinegeschäft sehr viele spezielle Aufträge in kleinen Auflagen, oft mit unterschiedlichen Papiersorten. Das macht die Abläufe sehr komplex und erfordert effiziente IT-gestützte Prozesse.“

Ihr Geschäftsmodell beinhaltet es ja, dass Print.com intensiv mit anderen Druckereien zusammenarbeitet. Weshalb?
René de Heij: „Wir produzieren einen Teil selbst, aber wir arbeiten auch mit vielen anderen Druckbetrieben zusammen. Das ist wichtig, weil wir nicht alles im eigenen Haus abdecken können und wollen. Gerade bei speziellen Produkten oder sehr hohen Auflagen greifen wir auf Partner zurück. Ich bin überzeugt, dass diese Zusammenarbeit in den nächsten Jahren noch mehr Bedeutung erhält.“

Wie verändert sich der Onlineprint-Markt aus Ihrer Sicht?
René de Heij: „Viele Druckereien sind sehr gut in der Produktion, tun sich aber schwer, ihre Produkte erfolgreich online zu vertreiben. Umgekehrt gibt es Onlineprint-Unternehmen, die sehr stark im Vertrieb sind und fast alles über ihre Plattformen anbieten – häufig mit einem sehr ähnlichen Sortiment. Wir wollen uns hier klar differenzieren: Wir sehen uns nicht nur als Website, sondern wollen eine Plattform beziehungsweise App sein, die professionelle Kunden anspricht und ihnen die Arbeit erleichtert.“

Welche Erfahrungen haben Sie in den letzten Monaten gesammelt?
René de Heij: „Wir haben gelernt, dass es nicht einfach ist, tausende Kleinaufträge effizient zu verarbeiten. Die vielen kleinen Jobs stellen hohe Anforderungen an Prozesse und IT. Genau hier liegt unsere Herausforderung – und zugleich auch unser Mehrwert, wenn wir das inklusive Fulfillment und Versand professionell abwickeln.“

Können Sie uns ein USP ihrer Plattform nennen?
René de Heij
: „Unsere Plattform ermöglicht es den Kunden, Produkte nicht nur aus unserer eigenen Produktion zu beziehen, sondern auch aus Partnerbetrieben in anderen Ländern. Kunden können etwa wählen, ob sie ein Produkt lieber in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden oder Spanien produzieren lassen möchten – oft mit Blick auf Nachhaltigkeit oder Lieferzeit. Damit sind wir nicht auf unsere eigene Fertigung beschränkt, sondern bauen ein starkes Netzwerk auf.

Wir möchten uns klar von klassischen Produktionsbetrieben unterscheiden. Unsere Plattform soll nicht nur Produkte verfügbar machen, sondern sie so einfach wie möglich zugänglich machen – mit echten Vorteilen für die Kunden. Dabei geht es um Auswahl, Effizienz und die Möglichkeit, auch neue Materialien oder Produkte einzubinden. Transparenz heißt für uns: Kunden sollen sehen können, wer produziert, und eine Wahl haben.

Sehen Sie, Print ist extrem breit gefächert: Es gibt unzählige Produkte und Varianten. Manche Druckereien sind stark in hohen Auflagen, andere in niedrigen – und das wird sich künftig noch stärker differenzieren. Für uns bedeutet das: Wir konzentrieren uns auf bestimmte Volumenprodukte, investieren aber nicht in jede einzelne Maschine. Stattdessen kooperieren wir mit spezialisierten Partnern, die bestimmte Anwendungen besonders gut beherrschen.“

Wie sehen Sie generell die Entwicklung im Onlineprint-Markt?
René de Heij: „Der Markt wird differenzierter. Früher versuchten viele Druckereien, alles selbst anzubieten – heute wird klar, dass Spezialisierung und Zusammenarbeit der bessere Weg sind. Onlineprint wächst weiterhin, gerade durch personalisierte Produkte und neue Materialien. Papier bleibt ein zentraler Bereich, aber daneben entstehen viele weitere Möglichkeiten. Wichtig ist: Wir müssen wirtschaftlich arbeiten, also Gewinne erzielen, und gleichzeitig unser Portfolio klug erweitern.“

Wie verändert sich die Zusammenarbeit in der Branche?
René de Heij: „Früher stand oft der Einkaufspreis im Vordergrund, man suchte gern den kurzfristig billigsten Anbieter. Heute geht es stärker um langfristige Partnerschaften. In den nächsten zehn Jahren werden offene Kooperationen entscheidend sein – zwischen Plattformen, Produzenten und Maschinenherstellern. Wenn alle Seiten transparent zusammenarbeiten, profitieren letztlich auch die Kunden.“

Bedeutet das, dass Sie stärker auf Partnerschaften setzen?
René de Heij: „Ja, absolut. Wir setzen stark auf Kooperationen.“

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit dabei?
René de Heij: „Nachhaltigkeit darf kein nachgelagertes Thema sein. Kunden erwarten zunehmend, dass Produkte möglichst lokal produziert und transportiert werden. Über die Plattform können wir das ermöglichen – indem ein französischer Kunde etwa in Frankreich drucken lässt, während ein deutscher Kunde in Deutschland produziert. Langfristig ist das ökonomisch wie ökologisch sinnvoll.“

Wie weit ist Print.com mit seiner Internationalisierung?
René de Heij: „Die internationale Expansion steht schon immer im Zentrum unserer Wachstumsstrategie. Nach dem Beginn in den Niederlanden im Jahr 2018 folgte bereits 2019 der Markteintritt in Belgien, anschließend in Frankreich (2020), Deutschland (2020) und Österreich (2022). Inzwischen sind wir auch in Großbritannien, Dänemark, Spanien und Italien gestartet. Entscheidend für die Zukunft ist der weitere Ausbau unseres Lieferantennetzwerks.“

Wie verteilen Sie Aufträge, wenn mehrere Lieferanten dasselbe Produkt anbieten?
René de Heij: „Das hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel von der Logistik, den Kapazitäten und natürlich auch von Nachhaltigkeitsaspekten. Oft produzieren wir so lokal wie möglich. Oder der Kunde sagt uns genau, wer es produzieren soll. Sie werden erstaunt sein: Wir haben zum Beispiel Kunden aus Frankreich, die ihre Aufträge explizit in Deutschland drucken lassen möchten. Am Ende geht es darum, die richtige Balance zwischen Effizienz, Kundenwunsch und wirtschaftlichem Arbeiten zu finden.“

Ein Blick hinter die Kulissen von Print.com

Erfahre mehr über die Menschen und die Produktion hinter Print.com. In diesem Video erhältst du spannende Einblicke in unsere modernen Produktionsstätten und lernst die Crew bei ihrer Arbeit kennen.